Jugendhilfeentwicklung und – forschung
Damit das Morgen nicht im Heute untergeht – Lösungsansätze und Entwicklungen „out of the box“
Seit der Trägergründung im Jahr 2014 stellt die Entwicklung innovativer Lösungsansätze für die Jugendhilfe einen wichtigen Teilbereich unserer Tätigkeit dar.
Unsere Zielsetzung besteht in der Konzipierung und Umsetzung pragmatischer, praxistauglicher Modelle für unterschiedlichste Problemstellungen. Dabei verlassen wir oftmals ganz bewusst gewohnte Wege, um neues Terrain zu erschließen.
Zu diesem Zweck arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationspartnern, insbesondere aus dem Bereich des Hochschul- und allgemeinen Bildungswesens zusammen.
Beispiele der bisherigen Entwicklungs- und Forschungsarbeit
- „WeReport“: Fluchthelfer Smartphone als Integrationshelfer“: Ein von der UNO-Flüchtlingshilfe gefördertes Projekt; Unter dem Titel: „Wie funktioniert Deutschland“ wurden gemeinsam mit jungen Geflüchteten u.a. Dutzende von Videos in relevanten Sprachen produziert, die bislang mehr als 100.000mal abgerufen wurden.
- „Jugendhilfe in digitalen Lebenswelten“ – die Entwicklung und Publikation pragmatischer Handlungsansätze als Beitrag zur Überwindung des „Digital Divide“ in der Jugendhilfe, einschl. einer Weiterbildung zum „Digitalpädagogen“
- Veröffentlichungen sowie Fort- Weiterbildungen zur Begründung und Implementierung einer spezifischen Bereichsethik der Kinder- und Jugendhilfe
- Die Entwicklung und Umsetzung einer Partnerschaft Erziehung & Bildung für schulabsente Schüler*innen. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner wurde uns für dieses Projekt der Hauptpreis des Deutschen Schulpreises 2024 verliehen.
Die strukturelle Krise der Kinder- Jugendhilfe als Herausforderung
Die Arbeitssituation in der gesamten Kinder- und Jugendhilfe hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mittlerweile ist vielfach ist die Rede von der größten strukturellen Krise seit Bestehen des SGB VIII.
Ursächlich hierfür werden in Forschung und Praxis weitgehend übereinstimmend nationale, internationale und globale Ereignisse wie die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, sich verfestigende Armutslagen, steigende Inflation, Abstiegsängste, der Krieg in Europa und anderes mehr gesehen.
Die AGJ – die bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Jugendhilfe- hat diese Entwicklungen in einem Positionspapier zusammengefasst.
Demgemäß wirken sich aufgrund der geschilderten gesellschaftlichen Veränderungen vor allem zwei Faktoren auf die Praxis aus:
- die Selbstbetroffenheit der Fachkräfte aufgrund des multiplen Krisengeschehens
- die zunehmend komplexeren Lebens- und Bedarfslagen der Hilfeadressat*innen
Hinzu kommt als weiterer entscheidender Faktor eine sich mehr und mehr ausweitende Fachkräftekrise
- die sich in quantitativer Hinsicht als Mangel und
- in qualitativer Hinsicht als ein verändertes Selbstverständnis bei Mitarbeitenden darstellt
Beiträge zur Überwindung der qualitativen und quantitativen Fachkräfteproblematik
Vor dem geschilderten Hintergrund konzentrieren wir unsere Entwicklungsarbeit derzeit insbesondere darauf, pragmatische Lösungsansätze für die Fachkräfteproblematik zu entwickeln, wie z.B. die
- Konzipierung und Durchführung einer Maßnahme für den Quereinstieg in die (teil-)stationäre Erziehungs- und Eingliederungshilfe
- Entwicklung eines individualisierten Einstiegs-/Traineeprogramms für Mitarbeiter*innen in der (teil-)stationären Erziehungshilfe
- Entwicklung neuer Organisationsmodelle, wie etwa die Stärkung teamübergreifende Zusammenarbeit innerhalb einer Campusgemeinschaft
- Entwicklung multiprofessioneller Teamansätze für die stationäre Erziehungshilfe
- Entwicklung zeitgemäßer Führungs- und Leitungsmodelle
- Entwicklung neuer organisatorischer Teilprozesse
Dr. Klaus Graf
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